Produktion & Kreation
Produktion & Kreation
„Ich bin kein Künstler, allenfalls ein Schönmacher“, so war es im Kino F auf großer Leinwand am Freitag Abend zu lesen. Parodiert hat Oliver Fink dabei sich selbst, der mit Kooperationspartner Rüdiger Schmidt zum künstlerischen Stelldichein lud. Fink versteht sich als Inspirator, macht digitale Kunst mit Maus und Computer „als nächtliche Entspannungsübung“, Schmidt ist der Realisator, der mit seinem Unternehmen seeeye in Holzgerlingen auf High-End-Digitaldruckmaschinen die Ideen unter dem Namen „fink about art“ auf Stoff, Kunststoff, Glas und weitere Materialien aufbringt.
Neu war die Form der Ausstellungseröffnung. „So eine Vernissage hat Böblingen noch nicht erlebt“ bezeugte Seegärtle-Inhaber Uwe Hutfilz, der im Rahmen der Veranstaltung „Schlemmen am See“ gleich neben dem Kino einige Werke von Oliver Fink in seiner Lokalität zeigt. Fink und Schmidt lieferten sich auf der schmalen Bühne vor der Kinoleinwand einen launisch-verbalen Schlagabtausch, der dem Zweck diente, die Idee (Kunst, Grafiken, Fotografien) und die Realisierung (Digitaldrucke auf Bedruckstoffe) als sich ergänzende Disziplinen dialektisch zu erläutern. „Wir wollen mit dieser Ausstellung zeigen, dass moderne Druck- und Werbetechnik nicht nur für große Messen und Events verwendbar ist, sondern auch im kreativen und künstlerischen Bereich ganz neue Möglichkeiten bietet, die bis vor kurzem noch gar nicht zur Verfügung standen.“, so Rüdiger Schmidt, der Fink’s Kunstwerke „sichtbar und greifbar“ machte.
Neu sind aber auch die künstlerischen Ansätze, die hier verarbeitet werden. „Ich betreibe gerne ein Spiel mit Bild und Text“, erklärt Fink als ausgebildeter Designer und Texter, der neben diesem Hobby hauptsächlich in der Marketingberatung und im Coaching tätig ist. So lautet der Titel eines Werkes „Goethes letzter Facebook-Eintrag“, wo auf grüner Fläche der Schriftzug „Gefällt mir nicht“ zu lesen ist. Ansonsten werden dynamische Striche und grafische Sachverhalte verarbeitet, meist in Schwarz-Weiß-Anmutung. Die Vernissage im Kino bot sich durch die räumliche Nähe an, zudem wurde eine filmische Retrospektive aus 10 Jahren digitalen Schaffens von Oliver Fink gezeigt, die den etwa 60 exklusiven Zuschauern vorgeführt wurde. „Wir wollen mit fink about art zusammen ein ganz neues und innovatives Kunstangebot für ein breites Publikum schaffen“, waren sich die beiden Initiatoren Schmidt und Fink am Ende einig. Die Ausstellung ist noch den ganzen Sommer über im Seegärtle zu den normalen Öffnungszeiten zugänglich.